Künstliche Intelligenz (KI) prägt bereits heute zentrale Lebensbereiche, wobei die neue repräsentative Studie im Auftrag der Liz Mohn Stiftung zeigt, dass nur eine kleine Minderheit (3 Prozent) der Befragten glaubt, Deutschland sei gut auf den Umgang mit KI vorbereitet. Die große Mehrheit beschreibt die Situation als mittelmäßig oder schlecht (94 Prozent). Allerdings spiegelt sich die gesellschaftliche Relevanz von Künstlicher Intelligenz im Interesse der Befragten wider: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) unternimmt etwas, um sich zum Thema KI weiterzubilden.
Selbst dort, wo KI bereits im Alltag genutzt wird, scheinen allerdings Orientierung, klare Regeln und verlässliche Leitlinien zu fehlen. Die Technologie ist also längst präsent, während vielerorts ein gemeinsames Verständnis darüber fehlt, wie ihre Auswirkungen aktiv gestaltet werden sollen. Damit wird weniger die Technik selbst, sondern der gesellschaftliche Umgang mit KI zur eigentlichen Herausforderung.
Eine Aufgabe für Führungskräfte
Besonders kritisch bewerten die Befragten die Rolle der Politik: 60 Prozent sind der Auffassung, dass in der Politik zu wenig getan wird, um KI zu fördern. Staatliche Akteure scheinen häufig zu zögerlich zu handeln, zu wenig Orientierung zu bieten und dem Thema nicht die notwendige Dringlichkeit beizumessen.
Allerdings kann die Förderung von KI weder von Politik allein noch von einzelnen Unternehmen oder Innovatoren bewältigt werden. Gerade Führungskräften kommt hierbei eine besondere Aufgabe zu, da sie in Politik, Wirtschaft und Kultur Orientierung geben, Prioritäten setzen, Unsicherheit reduzieren und Verantwortung übernehmen. Damit ist die Einführung von KI eine zentrale Führungsaufgabe für Deutschland. Entscheidend ist die Frage, wie es gelingt, aus individueller Neugier zeitnah eine kollektive Kompetenz zu entwickeln. Ob dieser Übergang gelingt, entscheidet sich daran, inwieweit KI von Führungskräften in Deutschland als Chance verstanden wird.
Die Studie „KI-Nutzung in Deutschland“ finden Sie untenstehend zum Download.