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Salzburger Trilog

Salzburger Trilog diskutiert Fragen der Wettbewerbsfähigkeit vor dem Hintergrund vielfacher Disruptionen

Auf Initiative von Österreichs Bundeskanzler a.D. Wolfgang Schüssel und Stifterin Liz Mohn kamen bereits zum 24. Mal führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur beim Salzburger Trilog zusammen, um die entscheidenden Fragen unserer Zeit zu diskutieren. In diesem Jahr stand die Spannung zwischen notwendigem Wandel und disruptiven Entwicklungen im Mittelpunkt – ein Spannungsfeld, das Demokratien und Gesellschaften weltweit gleichermaßen herausfordert.

In ihrer Eröffnungsansprache erinnerte Stifterin Liz Mohn daran, wie verletzlich Demokratie und Frieden in einer zunehmend zerrissenen Welt seien. „Aus der Geschichte und den Erfahrungen Europas erwächst die Verantwortung, Brücken immer wieder neu zu bauen und den Dialog nicht abreißen zu lassen. Zukunft braucht Zuversicht“, so Liz Mohn.

Ein besonderer Fokus des diesjährigen Salzburger Trilogs lag auf der Rolle von Technologie. Diskutiert wurden Chancen, Risiken und die Notwendigkeit, ebenso wie die Einschränkung von Regulierung. Zukunftsgestaltung erfordere Mut, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, Veränderung aktiv zu prägen. Dabei gehe es auch um die Frage, welche Werte und Regeln den digitalen Wandel leiten sollen.

Deutlich wurde während der Diskussionen, dass westliche Demokratien mit dem Tempo globaler Entwicklungen nur schwer Schritt halten. Tradierte Institutionen wie die Vereinten Nationen wirkten teilweise überholt und bedürften dringend einer Reform, um den Realitäten einer multipolaren Welt besser gerecht zu werden. Die westliche Politik stehe mehr denn je vor der Herausforderung, dass ihr Tempo scheinbar nicht mit den Veränderungen in Gesellschaft, Technologie und Wirtschaft Schritt halten könne. Vertrauen in demokratische Institutionen drohe verloren zu gehen, wenn diese den Takt der Veränderung nicht mehr mithalten können, so der Tenor vieler Expertenbeiträge.

Kultur und kulturelle Diplomatie wurden als Instrumente gesellschaftlicher Transformation hervorgehoben. Die Teilnehmenden des Trilogs sprachen sich dafür aus, dass Kultur gezielt als Trägerin von Werten, Identität und Zugehörigkeit gefördert werden müsse. Entsprechende politische Programme und Initiativen seien zu stärken, da sie den interkulturellen Dialog und die Verständigung über Grenzen hinweg ermöglichten, gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkten und demokratische Prozesse nachhaltig förderten.

Europa muss sich neu erfinden

Europa habe in der Vergangenheit durch technologische Führungsrollen, etwa im Automobilbau, in der Chemie oder in der Luftfahrt, seine Stellung als Weltmacht festigen können. Heute lägen die entscheidenden Zukunftstechnologien in anderen Bereichen: Künstliche Intelligenz, Quanten-Computing, Robotik und Raumfahrt. In diesen Feldern zähle Europa bislang nicht zu den führenden Akteuren. Um Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern, sei daher eine strategische Neuausrichtung Europas erforderlich. Harold James, britischer Historiker und Teilnehmer des Trilogs hat dies prägnant zusammengefasst: „Das Problem zu erkennen ist leicht – überzeugende Lösungen zu finden ist schwer.“

Die Ergebnisse des Salzburger Trilogs werden jedes Jahr als „Salzburger Empfehlungen“ zusammengefasst und an die Europäische Kommission, den Rat der Europäischen Union und deren Mitgliedstaaten versendet.

Auf dem Titelfoto zu sehen: Stifterin Liz Mohn (Bildmitte), Andreas Pinkwart, Vorsitzender des Kuratoriums der Liz Mohn Stiftung, Österreichs Bundeskanzler a.D., Wolfgang Schüssel, Bodo Uebber, Vorsitzender des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung und Francisco Belil, Vizepräsident der Fundación Bertelsmann (v.l.)

Ansprechpartner:in

Dr. Jörg Habich