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Deutschlands Rolle in der Welt

Junge Menschen wollen Deutschlands Zukunft in einer Welt im Wandel mitgestalten

Deutschlands junge Generation möchte Verantwortung übernehmen, bevorzugt gesellschaftliches Engagement und setzt auf internationale Zusammenarbeit.

Junge Menschen in Deutschland wollen Verantwortung übernehmen und die Zukunft Deutschlands in der Welt aktiv mitgestalten. 74 Prozent der 12- bis 18-Jährigen sind überzeugt, dass Deutschland globale Herausforderungen nur gemeinsam mit anderen Ländern lösen kann. Als wichtigste Partner sehen sie Frankreich, die USA und China. In der internationalen Zusammenarbeit sind die wichtigsten Themen Sicherheits- sowie Handels- und Wirtschaftspolitik. Sie verzeichnen die größten Zuwächse im Vergleich zur Vorjahres-Befragung.

„Die Ergebnisse zeigen eine Generation, die auf Zusammenhalt, gesellschaftliches Engagement und internationale Zusammenarbeit setzt. Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen. Wir möchten ihnen eine Stimme geben und dafür sorgen, dass ihre Perspektiven stärker in politische Entscheidungen einfließen“, sagt Liz Mohn, Stifterin und Vorsitzende des Vorstands der Liz Mohn Stiftung.

Angesichts der aktuellen politischen Debatten um einen gesetzlich verankerten Pflichtdienst beziehungsweise eine Wehrpflicht haben die jungen Menschen als direkt Betroffene eine klare Meinung: 62 Prozent der Befragten sprechen sich für einen allgemeinen gesellschaftlichen Pflichtdienst aus. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr (2025: 53 Prozent). Eine Verpflichtung zum Wehrdienst lehnen 58 Prozent der jungen Menschen jedoch ab.

Aktuell versendet die Bundeswehr einen Fragebogen an alle jungen Erwachsenen, die 2026 volljährig werden. Darin wird ihr Interesse an einem freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr abgefragt. Die von der Liz Mohn Stiftung befragten jungen Menschen zwischen zwölf und 18 Jahren haben eine deutliche Präferenz für zivile Dienste: Hier gibt es eine Zustimmung von 52 Prozent. Knapp ein Viertel (24 Prozent) kann sich gut vorstellen, freiwillig bei der Bundeswehr aktiv zu sein. Einen freiwilligen zivilen Dienst lehnen für sich 20 Prozent der Befragten ab, einen freiwilligen Wehrdienst können sich 43 Prozent nicht vorstellen.

Die Zahlen machen auch einen Zusammenhang zwischen Verteidigungsfähigkeit und Engagement deutlich. Jugendliche, die finden, dass Deutschland verteidigungsfähiger werden muss, zeigen überproportional großes Engagement – sowohl militärisch als auch zivil.

„Wenn es gesellschaftliche Pflichten gibt, sollten diese für alle gleichermaßen gelten. Dementsprechend würde ich einen allgemeinen Pflichtdienst für alle Geschlechter bevorzugen, bei dem man zwischen verschiedenen Bereichen des Dienstes wählen kann“, sagt die 17-jährige Mathilda Brün aus dem Fördernetzwerk „Generation Global“ der Liz Mohn Stiftung.

Die Studienergebnisse zeigen: Junge Menschen wollen sich einbringen, im sozialen, ökologischen oder sicherheitspolitischen Bereich. Entscheidend ist für viele die Möglichkeit, selbst über die Form ihres Engagements zu entscheiden.

Das politische Interesse der Kinder und Jugendlichen ist hoch. Mehr als die Hälfte interessiert sich für Politik. Politische Themen werden vor allem im Freundes- und Familienkreis diskutiert. Dabei wünschen sich 85 Prozent mehr Diskussionen über aktuelle politische Themen in der Schule. „Fünf Minuten zu Schulbeginn würden schon genügen, um jeden Schüler mit den drei wichtigsten Nachrichten des Tages zu versorgen. So schafft man eine Basis für ein größeres Interesse an Politik“, sagt die 16-jährige Marta Isabel Alonso Gonzalez aus dem Fördernetzwerk „Generation Global“ der Liz Mohn Stiftung.

Deutlich wird auch: Die junge Generation nimmt die aktuellen außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen sehr bewusst wahr. Sie betrachtet sie nüchtern und differenziert. Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten sprechen sich für eine stärkere Verteidigungsfähigkeit Deutschlands aus. Gleichzeitig lehnen sie eine stärkere militärische Einmischung Deutschlands in internationale Konflikte mehrheitlich ab.

Für die Studie „Deutschlands Rolle in der Welt – Perspektiven junger Menschen auf deutsche Außenpolitik 2026“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Ipsos im April 2026 im Auftrag der Liz Mohn Stiftung 800 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren in Deutschland.

Die Ergebnisse der Studie stehen im Mittelpunkt der Townhall-Konferenz „Generation Global LIVE“ der Liz Mohn Stiftung am Montag, 29. Juni 2026 von 14:00 bis 15:30 Uhr im Kleinen Saal der Stadthalle Gütersloh. Die Konferenz bringt in einem professionellen Arena-Format junge Menschen mit Expert:innen auf Augenhöhe ins Gespräch. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Nadine Lindemann, E-Mail: lindemann@liz-mohn-stiftung.de, an.

„Generation Global“ ist ein Programm der Liz Mohn Stiftung für außenpolitisch interessierte Jugendliche. Sie erlernen dort die notwendigen Hard und Soft Skills, um die Meinungen ihrer Generation in öffentlichen Debatten zu vertreten. Expert:innen coachen die jungen Menschen dafür über einen Zeitraum von 24 Monaten.

Die Studie „Deutschlands Rolle in der Welt – Perspektiven junger Menschen auf deutsche Außenpolitik 2026“ finden Sie unten zum Download.

Ansprechpartner:innen

Simon P. Balzert
Sanny Adam Pulka

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Perspektiven junger Menschen auf deutsche Außenpolitik 2026