Gütersloh, 10. September 2026. Mit einem ersten Workshop an der Geschwister-Scholl-Realschule in Gütersloh ist das Projekt „Change Crafters“ der Liz Mohn Stiftung gestartet. Im Mittelpunkt steht die Schüler:innenvertretung (SV) der Schule, die im Laufe des Schuljahres 2026/27 in einer vierteiligen Workshopreihe von der Stiftung begleitet wird.
Die Schüler:innen arbeiten im Projekt „Change Crafters“ an Themen, die ihnen in ihrer täglichen SV-Arbeit tatsächlich begegnen: Wie wird aus einer Idee ein umsetzbares Projekt? Wie organisiert sich ein Team? Wie gewinnt man andere für eine Sache? Und wie vertritt man die eigenen Anliegen überzeugend? Dabei erwerben die Schüler:innen Schlüsselkompetenzen wie Projekt- und Zeitmanagement, Kommunikation, Teamarbeit, Konfliktfähigkeit, Präsentation und demokratische Beteiligung.
Entscheidend ist dabei nicht nur, was die Schüler:innen lernen, sondern was sie selbst erleben. Wenn aus einer eigenen Idee ein konkretes Vorhaben wird, andere mitmachen und am Ende tatsächlich etwas entsteht, wird die eigene Wirkung unmittelbar sichtbar. Solche Erfahrungen sollen Motivation sowie Selbstvertrauen stärken und den Schüler:innen zeigen, dass sie ihr Umfeld aktiv mitgestalten können.
„Schüler:innenvertretungen sind Orte, an denen junge Menschen ganz konkret erleben können, was Beteiligung bedeutet. Sie entwickeln Ideen, übernehmen Verantwortung und sehen, was aus ihrem eigenen Engagement entsteht. Genau diese Erfahrungen möchten wir mit ‚Change Crafters‘ fördern. Die Schüler:innen sollen praktische Kompetenzen erwerben und gleichzeitig Vertrauen darin entwickeln, dass sie selbst etwas gestalten und bewirken können“, sagt Sheila Schilling, Projektverantwortliche bei der Liz Mohn Stiftung.
Der Auftaktworkshop unter dem Titel „SV sichtbar machen“ wurde vom Bildungswerk für Schüler:innenvertretung und Jugendbeteiligung e.V. (SV-Bildungswerk) durchgeführt. Der Verein arbeitet nach einem Peer-to-Peer-Ansatz: Junge Menschen lernen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die selbst Erfahrungen mit Schüler:innenvertretungen und Beteiligungsprozessen gesammelt haben.
Workshop-Leiter:innen und Schüler:innen gingen gemeinsam der Frage nach, wofür ihre SV steht, wie sie innerhalb der Schule wahrgenommen wird und wie sie weitere Jugendliche für die Mitarbeit gewinnen können. Ziel des Workshops war es, die Arbeit der Schüler:innenvertretung sichtbarer zu machen, neue Mitglieder zu gewinnen und zu zeigen, dass Engagement und Mitgestaltung Spaß machen und Veränderungen ermöglichen können.
Die drei weiteren Workshops im Laufe des Schuljahres werden vom KinderRechteForum (KRF) durchgeführt, eine gemeinnützige Organisation, die sich für Kinderrechte einsetzt und die Stimme junger Menschen stärkt. Das KRF greift weitere Themen auf, die für die konkrete Arbeit der Schüler:innenvertretung relevant sind, wie Teamarbeit, Projektmanagement und Kommunikation. Das Gelernte soll dabei möglichst direkt in der täglichen SV-Arbeit erprobt und angewendet werden.
Grundlage für die Workshopreihe bildete ein gemeinsamer Konzeptionsworkshop mit SV-Schüler:innen und den SV-Lehrkräften Lea Stremmel und Sascha Rieke der Geschwister-Scholl-Realschule. Hierbei wurde erarbeitet, welche Unterstützung die SV benötigt und welche Fähigkeiten sie weiterentwickeln möchte, um mehr Gehör bei den Mitschüler:innen zu finden. Auf Basis dieser Bedarfe entstand eine Workshopreihe, die sich an der konkreten Arbeit der Schüler:innenvertretung orientiert.
Damit setzt „Change Crafters“ auf Lernen durch praktische Erfahrung: Die Schüler:innen sind nicht nur Teilnehmende, sondern gestalten Inhalte und das Projekt selbst mit. Über das Schuljahr hinweg können sie neue Methoden ausprobieren, eigene Vorhaben umsetzen und ihre Zusammenarbeit innerhalb der Schüler:innenvertretung weiterentwickeln. So sollen sie Schritt für Schritt erleben, dass ihre Fähigkeiten wachsen, ihr Engagement Wirkung zeigt und ihre Ideen Wirklichkeit werden können.